
4) Leben mit Fanta und ihren Nachkommen
Die eben beschriebenen Verhaltensweisen stammen wie schon erwähnt aus Beobachtungen an mehreren Löffelhundfamilien auf der Farm Nanania im Süden Namibias
Stammmutter unsere Löffelhund-Familien war die Löffelhündin Fanta welche von Hand aufgezogen und zusammen mit der Mischlingshündin Malta aufgewachsen war. Diese beiden fanden im Mai 2002 gemeinsam ein neues Zuhause bei uns auf Nanania. Von wo aus die damals 5 Monate alte Löffelhündin den Weg in die Freiheit zurückfinden sollte.
Aufgrund des Vertrauens welches Fanta weiterhin gegenüber den ihr vertrauten Menschen zeigte, gelang es das Aufwachsen der Jungtiere aus nächster Nähe zu beobachten.
Leider haben wir in dem Jahr, in welchen die Welpen des zweiten Wurfes selbständig wurden, durch eine Fehlfunktion des Sendehalsbandes den Kontakt zu Fanta verloren. Und haben sie seither auch nie wieder gesehen
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Außer sie liegen bevorzugt auf dem Sofa, wie unser Monty hier, so dass man wie meine Tochter gemütlich daneben sitzen kann, und nicht wie ich die Tage im heißen Wüstensand verbringen muss.
Aber ein weiteres Problem liegt auch in den Grenzen der eigenen Aufnahmefähigkeit, wenn mal wieder dem menschlichen Auge und Ohr entgeht, was für die Tiere so offensichtlich erscheint.
In diesen Situationen freut man sich über technische Hilfsmittel wie Photoapparat und Videokamera, welche für jegliche Feldarbeit unersetzbar sind. Denn es bleibt häufig nur noch der Versuch im Nachhinein mit Hilfe von Photo- und Videomaterial aus dem Verhalten der Tiere das Entgangene zu entnehmen.
Möchte man insbesondere etwas über die Sprache einer Tierart lernen, ist es wichtig sich vorher mit deren Verhalten und Lebensraum auseinanderzusetzen. Denn die Kommunikation bei Tieren setzt sich nicht nur zusammen aus Lautäußerung, Körperhaltung und Duftmarken, sondern erfolgt zumeist als Reaktion auf eine Veränderung der Umgebung. Deshalb darf man sich nicht darauf beschränken nur das einzelne Tier zu Beobachten, sondern muss die entsprechende Situation in ihrer Gesamtheit erfassen. Und zwar aus der Sicht des jeweiligen Tieres und nicht seiner eigenen.
Eine Lautäußerung erkennt man zum Beispiel dann als Warnruf, wenn er auf eine Veränderung in der Umgebung erfolgt, welche für die Tierart bedrohlich erscheint und bei Familienmitgliedern auch eine entsprechende Flucht- oder Abwehrreaktion auslöst.
Man darf allerdings nicht vergessen, dass eher unerfahrene Jungtiere oft ihre Umgebung und Gefahren anders einschätzen, als erfahrene Elterntiere.
Zudem sind auch Wildtiere Individuen mit individuell unterschiedlichen Erfahrungen
Wodurch selbst gleich alte Tiere innerhalb einer Art unterschiedlich auf bestimmte Situationen reagieren können, was sich dann auch in der Kommunikation widerspiegeln kann.
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2) Eine Einführung in die Sprache der Löffelhunde Wie bei anderen Tierarten bedeutet Kommunikation bei Löffelhunden nicht nur Austausch von Lauten, sondern das Zusammenspiel von Lautäußerung und Körperhaltung. Zur Überbrückung weiterer Entfernungen kommen hingegen Duftstoffe zum Einsatz. Bei Löffelhunden kann man in diesem Zusammenhang häufiges Urinabsetzen beobachten.
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3) Kommunikation innerhalb des Familienlebens
Doch schon nach wenigen Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen auf Licht Veränderungen und Bewegungen am Höhleneingang zu reagieren. Sind diese allerdings nicht von dem beruhigenden Fiepen der Eltern begleitet, so verschwinden die Welpen sofort in der Tiefe der Höhle und sind dann weder zu sehen noch zu hören, bis sie von den Eltern wieder gerufen werden.
Nach etwa 2 Wochen erkunden die jungen noch rund-ohrigen Welpen zum ersten Mal die Welt oberhalb der Höhle. Dabei bleiben sie vorerst in unmittelbarer Nähe der Eingänge, bevor sie in kleinen neugierigen Schritten den Rest des afrikanischen Busches erobern
Wenn junge Löffelhunde die Sicherheit der Höhle verlassen, dann nur unter aufmerksamer Beobachtung ihrer Umgebung. Zumeist als Antwort auf den Ruf der Mutter streckt der Mutigste seinen Kopf als erster hinaus und horcht mit aufgestellten Ohren nach möglichen Gefahren. Scheint die Luft rein zu sein drängen die anderen von hinten nach und dann sieht man oft für einen kurzen Augenblick alle Geschwister nebeneinander stehen und in die Welt hinausblicken.
Werden die Welpen dabei oder im Spiel durch eine schnelle Bewegung oder ein fremdes Geräusch gestört so stößt einer ein einzelnes wuff aus. Dies der Warnruf der Welpen welcher alle veranlasst auf den schnellstem Wege in die Sicherheit der Wurfhöhle zu flüchten.
Löffelhundwelpen sind generell sehr schreckhaft, sie warnen sich gegenseitig und flüchten auch dann, wenn die Elterntiere keine Unruhe zeigen.
Es gibt allerdings eine Situation, in der die Welpen die Welt um sich vergessen Und zwar wenn die Mutter mit einem leisen Fiepen zum Säugen ruft.
In den ersten Wochen stellt sie sich deshalb zum Säugen direkt vor einen der Höhleneingänge.
Lustig zu beobachten ist, wenn die Mutter versucht die Welpen wieder loszuwerden, weil sie meint diese hätten nun genug getrunken. Denn dann läuft sie einfach los und schleift ihre Jungtiere hinter sich her, bis jedes einzelne losgelassen hat.
Auf gemeinsamen Jagdausflügen bleibt die Familie mit Hilfe leiser Fieptöne ständig in Kontakt
Verliert eines der Jungtiere aber den Sicht- und Hörkontakt, so stößt er ein immer lauter werdendes klagendes Heulen aus, bis er eine erlösende Antwort erhält. Die Elterntiere nutzen auch das Fiepen um ihre herumstreunenden Welpen zu rufen und zur Höhle zurückzuführen.
In manchen Situationen bedeutet das Fiepen allerdings nicht die Aufforderung zu kommen, sondern im sicheren Versteck zu bleiben.
Es ist wahrscheinlich, dass die Löffelhunde aufgrund ihres besseren Hörvermögens, feine Unterschiede im Fiepen heraushören, welche uns einfach entgehen. Typisch ist eigentlich, dass Elterntiere eher längere Fieptöne ausstoßen, während die Welpen eher mit kurzen Tönen darauf antworten, aber auch hier gibt es individuelle Unterschiede zwischen den Familien. Die Begrüßung innerhalb der Familie erfolgt durch Anstupsen mit der Nase und Nippeln im Fell, gegenseitige Fellpflege spielt eine wichtige Rolle innerhalb des Familienlebens. Man nennt es auch Bonding, aber bei Löffelhunden heißt es einfach, Du gehörst zu meiner Familie.
Die Haltung des Schwanzes wie ein umgedrehtes U weist bei Löffelhunden auf Aufregung hin. Dies kann in Verbindung stehen mit Freude zum Beispiel über besonders gute Beute, Begrüßung und Spiel. Oder auch bei einer Warnung gegenüber einem eher unterlegendem Gegner.
Typisch für jede Drohung ist das leichte bis starke Absenken des Kopfes mit angelegten Ohren
Dies wird häufig begleitet von Knurren oder Grunzlauten. Einen gleichstarken Gegner versuchen Löffelhunde mit Hilfe von Katzenbuckel und gesträubten Haaren von ihrer überlegenen Größe zu überzeugen. Fühlt sich ein Löffelhund jedoch unterlegen, erfolgt mit Absenken des Kopfes ein Hinlegen oder die Flucht, wobei Löffelhunde eine erstaunliche Geschwindigkeit vorweisen und wie Hasen Haken schlagen. Zwischen Mut und Angst, bzw. Abwehr und Flucht liegen aber viele Schattierungen,
Die von Löffelhunden eindrucksvoll wiedergegeben werden und am besten im Spiel der Welpen zu beobachten sind.
Wenn Löffelhunde meinen ihr Futter gegenüber Neidern verteidigen zu müssen, stoßen sie ein unterschwelliges Knurren aus. Reicht diese Warnung nicht, beginnen sie die Futterneider weg zu beißen. Dabei zeigen die sonst so verspielten Löffelhunde eine ungeahnte Aggressivität.
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